KIT-Environment Lecture 2019
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Autor:
Martin Heidelberger
Justus Hartlieb
Sabine Fodi
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Quelle:
Presse-Service
- Datum: 16.05.2019
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Die Abwasserreinigung ist ein bedeutender Grundpfeiler der öffentlichen Gesundheitsvorsorge. Aktuell wird weltweit allerdings nur etwa 20 Prozent des Abwassers aus menschlichem Gebrauch wieder gereinigt. Mindestens zwei Milliarden Menschen sind deshalb auf Trinkwasser angewiesen, das mit Fäkalien verunreinigt wurde. Besonders dramatisch ist die Situation in Wassermangelgebieten.
Doch ein Wandel könne gelingen, wenn Wissenschaft und Verwaltung richtig zusammenarbeiteten, sagt Roland A. Müller vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig. Was dafür notwendig ist, erklärt der renommierte Biotechnologe in der Environment Lecture 2019 am KIT. In seinem Vortrag wird er am Beispiel Jordaniens einen Lösungsansatz erläutern, der durch die Implementierung dezentraler Abwassersysteme erheblich zum Schutz des Grundwassers vor Schadstoffen und Krankheitskeimen, zu einer verbesserten Nutzungseffizienz und zur Bekämpfung der Wasserknappheit beigetragen hat. Dort wurden neue Behandlungstechnologien entwickelt, die notwendigen institutionellen Rahmenbedingungen durch eine neue Abwasser-„Policy“ geschaffen, softwarebasierte Entscheidungs- und Erschließungswerkzeuge entwickelt und diese an die Zielgruppen vermittelt. Für seine Arbeiten auf diesem Gebiet wurden Müller und seine Kollegen 2018 mit dem renommierten Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ausgezeichnet.
Die Environment Lecture ist eine Veranstaltung des KIT-Zentrums Klima und Umwelt. Sie findet am Donnerstag den 23.05.2019 um 18:00 Uhr im Gartensaal des Schloss Karlsruhe statt. (mhe)
Weitere Informationen: https://www.klima-umwelt.kit.edu/downloads/Environment-Lecture_Einladung_2019_web.pdf
Architekturausstellung „WENIGER. ANDERS. BESSER! Karlsruhe stockt auf!“Auf Tuchfühlung gegangen mit der angespannten Wirklichkeit der städtischen Wohnungsmärkte sind Architekturstudierende des KIT. Für einen Wohnkomplex in der Karlsruher Fritz-Erler-Straße entwarfen sie Konzepte für einen zweigeschossigen Aufbau in Leichtbauweise. Dieser umfasst rund 40 modular angelegte Wohneinheiten für Geringverdiener. „Die sozial verträgliche städtische Nachverdichtung durch die Bebauung ungenutzter Flächen, etwa in großen Wohnkomplexen oder auf Gewerbebauten, zählt zu den großen architektonischen Herausforderungen – und zu den derzeit drängendsten“, erläutert Projektleiter Professor Dirk E. Hebel, Leiter des Fachgebiets Nachhaltiges Bauen, den Hintergrund der in Kooperation mit der VOLKSWOHNUNG GmbH entstandenen Machbarkeitsstudie. Die besten „Aufstockungsideen“ zeigt nun – vom 21. bis 25. Mai – das „Architekturschaufenster“ in der Karlsruher Waldstraße. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei. (jha)
KIT goes VerfassungsFESTAn den Karlsruher Feierlichkeiten zu 70 Jahren Grundgesetz beteiligt sich auch das KIT: Das Zentrum für Angewandte Rechtswissenschaft und der Junge Juristen e.V. veranstalten in Kooperation mit dem ZKM Karlsruhe eine Podiumsdiskussion mit Vorträgen zum Thema „Digitalisierung und Grundrechte“. Juristen, Informatiker und Zukunftsforscher sprechen über das Grundgesetz im Zeitalter von Internet und künstlicher Intelligenz. Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 28. Mai ab 19.15 Uhr im ZKM (Lorenzstraße 19, OpenHUB, Lichthof 8+9) statt. Bereits um 18 Uhr wird eine Führung durch die ZKM-Ausstellung „Open Codes. Die Welt als Datenfeld“ angeboten. Der Eintritt ist frei. Anmeldungen unter www.junge-juristen.de.
Weitere Wissenschaftler des KIT sind zudem beim 14. „Karlsruher Verfassungsdialog“ vertreten. Die von der Friedrich-Naumann-Stiftung unter der Überschrift „70 Jahre Grundgesetz – Bewährt sich unsere Verfassung im Stresstest?“ organisierte Bildungs- und Diskussionsveranstaltung findet am 18. Mai von 11.00 bis 15.30 Uhr in der IHK Karlsruhe (Lammstraße 13-17) statt. Anmeldungen unter www.shop.freiheit.org. (jha)
Arzneipflanzen in AfrikaDie Bevölkerung in Ost-Afrika muss sich häufig bei Krankheiten selbst mit Heilpflanzen versorgen. Die Verfügbarkeit dieser Pflanzen ist stark von den Umweltbedingungen wie dem Klima abhängig. Dikko Gafna aus Kenia, Doktorand am Institut für Geographie und Geoökologie des KIT, untersucht im Projekt „Arzneipflanzen in Samburo, Kenia“ die Auswirkungen der Landnutzung sowie des Klimas auf das Artenvorkommen und bei welchen Krankheiten es zu Versorgungsengpässen kommen könnte, wenn sich die Umwelt und damit das Pflanzenvorkommen verändert. Es zeigt sich, dass Temperatur, Niederschlag, Beweidungsintensität der Landfläche sowie die Art des Ökosystems einen großen Einfluss hierauf haben. Ziel des Projekts ist es, den aktuellen und möglichen zukünftigen Artenreichtum der Arzneipflanzenarten basierend auf Klima, Boden und Landnutzung zu modellieren. Dabei entstehen Karten des Artenreichtums und der Verbreitung von Heilpflanzen, so kommen Heilpflanzen für Malaria beispielsweise am häufigsten in Waldgebieten vor. Bisher sind 78 Krankheiten in der Studie berücksichtigt. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und das Graduiertenkolleg GRACE des KIT-Zentrums Klima und Umwelt unterstützen Gafna bei seinem Projekt. (sf)