Ausgabe 20/2011
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Autor:
Saskia Kutscheidt, Margarete Lehné, Kosta Schinarakis
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Quelle:
KIT-Abteilung Presse
- Datum: 16.12.2011
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KIT-Kompakt - Ausgabe 20/2011
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Unsere Themen
Stammbaum retinaler Zellen enträtselt
Untersuchungen von Karlsruher und Heidelberger Biologen am Modellorganismus des Medaka-Fisches belegen Bedeutung von Stammzellen für Zelltypen
Zwei KIT-Wissenschaftler beim Software-Campus
Qualifizierungsprogramm für zukünftige IT-Führungskräfte startete beim IT-Gipfel
Neue Computersysteme für Auto, Bahn und Flugzeuge
Forschungsprojekt ARAMiS entwickelt Konzepte, um hochleistungsfähige Computerprozessoren im Verkehrswesen einzusetzen
Trinationales Institut für Pflanzenforschung gegründet
Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz untersuchen das pflanzliche Erbgut
Humboldt-Forschungspreis für US-Spitzenforscher Robert J. Cava
Supraleitung im Fokus: Materialwissenschaftler wird am KIT und der Universität Mainz forschen
Tipps und Termine
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Stammbaum retinaler Zellen enträtselt
Stammzellen sind in der Lage, aus nur einer Zelle Nachkommen mit jeweils unterschiedlichen Spezialisierungen zu generieren. Das belegen Untersuchungen von Heidelberger und Karlsruher Biologen am Modellorganismus des Medaka-Fisches. Die Wissenschaftler um Professor Joachim Wittbrodt vom Institut für Toxikologie und Genetik des KIT konnten zeigen, dass alle retinalen Stammzellen Universalisten und Ursprung sämtlicher in der Retina vorkommenden Zelltypen sind. Die Forschungsergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift „Cell Stem Cell“ veröffentlicht. Stammzellen sind von übergeordnetem Interesse, weil sie dem Körper helfen, defekte Bereiche zu regenerieren. Die Wissenschaftler haben eine genetische Zellmarkierung mit Einzelzelltransplantationen am Modellorganismus des Medaka-Fisches kombiniert. So konnten sie einzelne Stammzellen in der Netzhaut und alle ihre Nachkommen markieren. Die Untersuchungsergebnisse belegen, dass die Stammzellen im Fischauge multipotent: Sämtliche Zelltypen gehen aus ihnen hervor. Neben der Bedeutung für die Grundlagenforschung zum Wachstum und der Regeneration des Auges hat insbesondere die neu entwickelte Methodik großes Potenzial für weitere Studien.
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Zwei Wissenschaftler beim Software-Campus
Yong Ding, Doktorand am Lehrstuhl Pervasive Computing Systems, und Robin Fischer, Doktorand am Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren, gehören zu den elf Teilnehmern des ersten „Software Campus“: Mit dem gemeinsamen Qualifizierungsprogramm fördern Bund, Industrieunternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen den Managementnachwuchs in den Informations- und Kommunikationstechnologien. Beide KIT-Wissenschaftler unterstützt die SAP AG bei ihren Projekten und der Weiterentwicklung ihrer Management-Fähigkeiten: Yong Ding arbeitet zum Thema Steuerung von Verbrauchern, Verteilern und Erzeugern im Nieder- und Mittelspannungsbereich in einem intelligenten Stromnetz. Robin Fischer beschäftigt sich in seinem Projekt mit der Leistungsüberwachung verteilter Geschäftsprozesse in Software-Plattformen. Den Auftakt des Software Campus bildete der sechste IT-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel Anfang Dezember in München.
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Neue Computersysteme für Auto, Bahn und Flugzeuge
Das Forschungsprojekt „ARAMiS“ ist gestern mit einer internen Kick-Off-Veranstaltung gestartet, zu dem KIT-Vizepräsident Professor Detlef Löhe die Beteiligten begrüßt hat. Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Betriebssicherheit in Automobilen, Zügen und Flugzeugen. Im Rahmen der Technologie-Initiative sollen Konzepte entwickelt werden, wie leistungsfähige Computerprozessoren mit mehreren Rechnerkernen im Verkehrswesen eingesetzt werden können, um durch neue Funktionen die Sicherheit, Effizienz und den Komfort zu erhöhen. Bisher werden in Flugzeugen oder im Automobil nur Einkern-Prozessoren verwendet, weil nur deren Funktionsweise mit der im Verkehrswesen notwendigen Sicherheit voraussagbar und damit nur diese zertifizierbar sind. Einkern-Prozessoren aber stoßen an ihre Leistungsgrenzenund werden in absehbarer Zeit nicht mehr verfügbar sein, so dass der Einsatz von Mehrkernprozessoren unumgänglich ist. Am KIT sind Professor Jürgen Becker und Dr. Oliver Sander vom Institut für Technik und Informationsverarbeitung für die Gesamtprojektleitung zuständig. Das Forschungsprojekt ARAMiS wird je zur Hälfte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und von der Industrie finanziert.
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Trinationales Institut für Pflanzenforschung
Wie beheben Pflanzen Schäden in ihrem Erbgut? Wie wehren sie Schädlinge ab? Im neu gegründeten Trinationalen Institut für Pflanzenforschung (TIP) untersuchen Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz diese zentralen Aspekte des pflanzlichen Erbguts. Neben der Universität Freiburg sind das Institut de Biologie Moléculaire des Plantes (IBMP), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Universität Basel beteiligt. Die KIT-Forschergruppe unter der Leitung des Biologen Professor Holger Puchta beschäftigt sich mit Brustkrebsgenen, die auch in Pflanzen wie etwa in der Acker-Schmalwand, einem Kreuzblütler, vorkommen. Die Erforschung dieser Gene liefert unter anderem wichtige Erkenntnisse für das Verständnis der Krebsentstehung. Neben einer engen wissenschaftlichen Zusammenarbeit liegt ein weiterer Fokus des Institutes auf der gemeinsamen Ausbildung von Studierenden und Postgraduierten sowie der Förderung wechselseitiger Forschungsaufenthalte. Das Regionalprogramm Interreg der Europäischen Union unterstützt das Projekt.
Humboldt-Forschungspreis für US-Spitzenforscher Robert J. Cava
Robert J. Cava von der Universität Princeton erhält einen mit 60.000 Euro dotierten Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung. Vorgeschlagen hatten ihn dafür die Mainzer Chemie-Professorin Claudia Felser und der KIT-Physiker Professor Hilbert von Löhneysen. Bei beiden wird der renommierte Materialwissenschaftler im kommenden Jahr für einen längeren Forschungsaufenthalt zu Gast sein. Cava gehört zu den weltweit führenden Forschern auf dem Gebiet der Hochtemperatursupraleiter auf Basis kupferhaltiger chemischer Verbindungen (Kupraten) sowie eisenhaltiger Supraleiter (Eisenpniktide). Er ist Mitglied der nationalen Akademie der Wissenschaften der USA und hat zahlreiche Forschungspreise erhalten. Cava gilt außerdem als hervorragender Dozent, was mehrere Lehrpreise belegen. Hilbert von Löhneysen ist Professor am Physikalischen Institut und leitet das Institut für Festkörperphysik, beide KIT-Institute haben eine lange Tradition in der Erforschung supraleitender Materialien. Von Löhneysen und seine Mitarbeiter legen den Fokus der Zusammenarbeit mit Cava unter anderem auf die Erforschung neuer Supraleiter, wie etwa der Eisen-Pniktid-Systeme.
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Tipps und Termine
Internationale Christmette. Am Freitag, 24. Dezember, veranstaltet die Katholische Hochschulgemeinde Karlsruhe ab 22.00 Uhr in der Kapelle, Hirschstraße 103, eine Christmette für deutsche und ausländische Studierende sowie alle Interessierten. Weitere Infos
Tanzkurse für alle. Der Arbeitskreis Kultur und Kommunikation bietet ab Sonntag, 8. Januar 2012, wieder Tanzkurse für Anfänger und Fortgeschrittene im Alten Stadion auf dem KIT-Campus Süd an. Interessierte sind herzlich eingeladen. Infos und Termine
Konzert des KIT-Sinfonieorchesters. Am Samstag, 18. Februar 2012, stehen ab 20.00 Uhr im Konzerthaus Karlsruhe Wagner, Beethoven und Schumann auf dem Programm. Dieter Köhnlein leitet das Orchester. Karten gibt es bereits jetzt im Vorverkauf: Bei den Musikhäusern Schlaile und Padewet, bei der Buchhandlung am Kronenplatz sowie per Mail bei dkoehnlein@gmx.de.
Partizipation für alle? Globalisierung und soziale Bewegungen. Vortrag von Professor Roland Roth am Donnerstag, 12. Januar 2012, ab 18.00 Uhr im NTI-Hörsaal auf dem KIT-Campus Süd. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe Colloquium Fundamentale des Zentrums für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale (ZAK). Weitere Infos
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Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verbindet die Aufgaben Forschung - Lehre - Innovation in einem Wissensdreieck.